Allgäuer Zeitung // 23.09.2016

Ein Gendefekt macht David das Leben schwer


Der zwölfjährige Bub leidet an einer seltenen Krankheit. Familie und Freunde organisieren nun einen Spendenlauf in der Ostallgäuer Gemeinde Wald

Auf den ersten Blick ist der zwölfjährige David Berkmiller ein ganz normaler Bub. Er spielt Fußball, besucht die siebte Klasse der Mittelschule Marktoberdorf und trifft sich gern mit seinen Freunden.
Doch er ist für sein Alter auffällig klein und schmächtig. David leidet an einer seltenen Stoffwechselkrankheit: Mukoviszidose. 8000 Menschen leben in Deutschland mit dem Gendefekt, durch den viele Organe des Körpers mit zähem Schleim verstopft werden. Nun soll am 2. Oktober ein Mukoviszidose- Spendenlauf in der kleinen Ostallgäuer Gemeinde Wald unter dem Motto „Lauf für das Leben!“ stattfinden.

Veranstalter ist Davids Sportverein, der SV Wald. Dass David krank ist, haben die Eltern Marina und Gerhard Berkmiller erfahren, als ihr Sohn 13 Monate alt war. Er hatte oft mit Lungenentzündungen und Bronchitis zu kämpfen, die Ärzte schöpften schnell Verdacht. Nun muss er täglich Enzyme in Form von Tabletten einnehmen. Er hat, wie viele Mukoviszidose- Patienten, Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Speisefette können nicht richtig verdaut werden, starkes Untergewicht ist die Folge.

Um das einzuschränken, hat der Junge seit Juni eine Magensonde. Physiotherapie und monatliche Besuche bei einem spezialisierten Arzt in München gehören zu den weiteren Bausteinen der Therapie. Diese kann die Krankheit zwar nicht heilen, aber das Leben der Patienten erleichtern. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Betroffenen liegt heute, dank verbesserter Therapien, bei circa 40 Jahren. Noch bis in die 1980er Jahre hinein wurden die Erkrankten kaum älter als 18 Jahre.

Davids Alltag wird durch die Krankheit stark eingeschränkt. Er ist schnell erschöpft, muss ständig husten. Auch beim Fußballtraining oder beim Schulsport lässt er es langsamer angehen. Freunde, Lehrer und Mitspieler wissen Bescheid. „Seine Freunde nehmen total Rücksicht auf David“, sagt Mutter Marina. Seit Anfang des Jahres ist Familie Berkmiller, gemeinsam mit vielen Helfern, mit der Organisation eines großen Projekts beschäftigt: Dem ersten Walder Muko-Lauf. Die Idee dazu bekamen Mutter und Sohn 2014 bei einer Reha auf der Insel Amrum. Dort findet einmal jährlich ein Muko-Lauf statt, bei dem die Einnahmen an den bundesweit tätigen Mukoviszidose e.V. gespendet werden.

Die Strecke ist 4,5 Kilometer lang, die Runde kann bis zu dreimal gelaufen werden. Teilnehmer zahlen ein Startgeld von 24 Euro. Neben diesem Betrag werden auch die Einnahmen aus Essensverkauf und einer Tombola komplett an den Mukoviszidose-Verein gespendet. 710 Menschen haben sich bis jetzt angemeldet. David, der noch zwei gesunde Geschwister hat, macht selbst beim Muko-Lauf mit.

Schon vor der Veranstaltung hat Familie Berkmiller viel Unterstützung erhalten. So haben die Firmlinge der Pfarreiengemeinschaft Leuterschach die Hälfte der Einnahmen einer Autowaschaktion gespendet. Auch der Walder Gartenbauverein hat 1000 Euro beigetragen. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Marina Berkmiller sichtlich gerührt.


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