Allgäuer Zeitung // 17.06.2018

Riesen Party für David


Muko-Music - An die 1000 Besucher bei Benefizkonzert mit Losamol und Dominik Csauth in Wald. Heiße Rhythmen und heiße Kurven.

Als der Bub die Bühne betritt, jubelt das gesamte Publikum. „Hipp, Hipp, Hurra, unser Getta ist wieder da! Du bist mehr Kämpfer als Bud Spencer, Du bist mehr Held als Spiderman, Du hast mehr Stärke als Hulk und Thor.“ Mit diesen Worten auf einem Transparent am Vereinsheim empfingen die Walder Familien am Samstag ihren „Getta“, Ihren David Berkmiller (13), der erst einen Tag zuvor aus dem Krankenhaus in Hannover heimgekommen war.
Sie alle haben den Bub, der von Mukoviszidose betroffen ist, wahnsinnig vermisst. Und das zeigten sie beim Benefizkonzert Muko-Music mit Losamol zugunsten des Mukoviszidose e.V., das Vater Gerhard Berkmiller mit der Familie, dem Walder Förderverein für Mukoviszidose und allen örtlichen Vereinen organisierte. War 2016 der erste Walder Muko-Lauf mit 900 Läufern und 45.000 Euro an Spenden schon der große Renner, wurde auch am Samstag eine Menge geboten, um auf die schwere Krankheit hinzuweisen, Organspender zu gewinnen sowie zu informieren. 

So kamen nach Schätzung der Veranstalter an die 1000 Besucher. Und das nicht nur wegen der Gruppe Losamol, der Sängerin Martina Resch aus Poing oder wegen der Motorradschau von Dominik Csauth aus Ebenhofen. Die Leute kamen vielmehr zu David nach Wald, um die Aktion der Berkmillers zu unterstützen und mit Spenden zu helfen. 

So berichtete etwa Roland aus Memmingen, dass er den Artikel über David in der Allgäuer Zeitung gelesen und den Fernsehbeitrag gesehen hatte. Er „musste einfach kommen“, um hier vor Ort zu helfen. Viele Walder erzählten ihren Freunden, die aus den Nachbargemeinden kamen, von dem Konzert, und das Walder „Wohnzimmer“ zwischen Sportplatz und Waldhalla füllte sich immer mehr. 

Ein eigenes Lied für den Buben

Es gab viel zu tun im Vorfeld, sagte Gerhard Berkmiller, der auch Vorsitzender des Walder Fördervereins Mukoviszidose ist. doch die Musikgruppen hätten sehr schnell zugesagt, „Wenn jemand im Allgäu Hilfe braucht, dann sind wir da“, sagte Martin Folgmann von Losamol. Zumal David der Gruppe besonders am Herzen liegt: Sie haben eigens für ihn ein Lied geschrieben. 

Dominik Csauth aus Ebenhofen war wie vor zwei Jahren ebenfalls gleich mit im Boot. „Es war eine kurze Nacht“ sagte der Stuntfahrer, der einen Tag zuvor noch eine Motorradshow in Dresden hatte. „Ich habe nur zwei Stunden geschlafen“, erwähnte er. Dann lieferte er eine starke Show ab, die alle Zuschauen begeisterte. Natürlich auch David. 

Auch Bürgermeisterin Johanna Purschke freute sich, dass David zum Konzert kommen konnte und „endlich wieder durschnaufen kann“. Wie berichtet, war ihm erst im März eine neue Lunge transplantiert worden. „Mit dieser Veranstaltung geben wir den Menschen Zuversicht und Hoffnung und helfen ihnen“, sagte Purschke. Nicht nur Vater Gerhard Berkmiller bedankte sich bei den Besuchern, sondern auch David selbst ging unter dem Jubel des Publikums mit auf die Bühne: „Ich freue mich, dass Ihr alle da seid“, sagte er. Sängerin Martina Resch erwiderte: „Wir sind alle froh, dass David heute da ist.“

Viele haben Tränen in den Augen

In zwei Wochen muss der Bub indes schon wieder nach Hannover zur Untersuchung, erzählte Mutter Marina und erinnerte an die Gefahren, denen David nach seiner Lungentransplantation ausgesetzt ist. „Das erste Jahr ist das Schlimmste, aber auch danach ist es noch sehr gefährlich“, betonte sie. Einen sehr emotionalen Magic Moment gab es danach für David und seine Freunde. Sie ließen unter großem Beifall rote Herzluftballons fliegen. Dabei hing an Davids zwei Ballons eine Mitteilung, die nur er kannte. Bei dieser Aktion hatten einige Besucher Tränen in den Augen. 

Nach dem starken, einheizenden Auftritt von Losamol ging es mit einem DJ in der Waldhalla noch weiter. Und alle Beteiligten und Besucher wünschten sich, dass bei dem Konzert viele tausende Euro fürs „Haus Schutzengel“ der Hochschule Hannover und für die lebenswichtige Forschung zusammenkamen, damit das Leben von David und das der vielen anderen von Mukoviszidose betroffenen Menschen lebenswerte wird.


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